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Der Pakt mit dem Teufel
Datum: 28.07.2019, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Freudenspender
grinst mich offen an. Seine dunklen Augen funkeln und sind geradewegs auf mich gerichtet. Ich versuche seinem Blick standzuhalten. Ich schaffe es auch eine Zeitlang, muss dann aber den Blick doch etwas verlegen abwenden. "Nein, keine Sorge, die Ware, wie Du es nennst, habe ich bereits eingeschätzt, schon vorhin bei unserem Zusammentreffen.", meint er trotz meiner etwas unfreundlichen Art von vorhin, immer noch höflich und im Plauderton. "Warum dann die Frage nach dem Alter?", bin ich erstaunt. "Liebe Ildico, ich versuche mir ein Bild von Dir zu machen. Du hast mich vorhin mit Deiner klaren Ansage überrascht. Das gebe ich ehrlich zu. Du bist eine junge, ausgesprochen hübsche junge Frau, bist in manchen Dingen zwar noch recht unerfahren, Du machst es aber durch Deine ganz eigene Art wieder wett. Ich meine jetzt nicht die sexuelle Erfahrung. Aber Du bist noch jung und ich kann mir vorstellen, dass es für Dich als Frau nicht einfach war, mir zu widersprechen. Traut sich ja kaum ein Mann. Aber Du besitzt Selbstbewusstsein, Entschlossenheit und Furchtlosigkeit. Eigenschaften, die ich ausgesprochen schätze.", antwortet er und ich habe den Eindruck, er wägt dabei jedes Wort genau ab. "Ich glaube nicht, dass ich so selbstbewusst, furchtlos und entschlossen bin, wie Du glaubst.", versuche ich seine Worte etwas abzuschwächen, werde aber dennoch rot vor Verlegenheit. In diesem Moment kommt ein Hunne und bringt einen Topf mit Suppe. Sie dampft und duftet köstlich. Ich wusste gar nicht, ...
dass die Hunnen überhaupt kochen können. Bei uns erzählt man sich immer, dass sie rohes Fleisch unter der Satteldecke liegen haben, damit es beim Reiten weich wird. Offenbar sind das nur Schauermärchen, die eben zum barbarischen Ruf der Hunnen beitragen sollen. "Darf ich Dir Gemüsesuppe servieren?", erkundigt er sich höflich. "Gerne, die duftet aber herrlich.", antworte ich. Attila schöpft mir mit einer Holzkelle Suppe in den Holzteller und als ich ihm Zeichen gebe, dass genug ist, gibt er mir den Teller wieder zurück. Dann schöpft er auch seinen Teller voll. "Guten Appetit.", wünscht er höflich. "Guten Appetit.", antworte ich. Ich nehme den Holzlöffel zur Hand und koste die Suppe. Sie ist heiß aber unglaublich aromatisch. Kein Vergleich zu unserer ewig gleichen Krautsuppe, die wir den ganzen Winter hindurch vorgesetzt bekommen. Ich hatte bisher keinen besonderen Hunger. Das lag wohl an der Aufregung. Aber das ändert sich schlagartig. Ich kann nicht sagen, ob die lockere, angenehme Atmosphäre oder die köstliche Suppe die Ursache dafür ist, aber nun spüre ich echt den Hunger. Wir hatten ja in den letzten Tagen wegen der Belagerung nur ganz wenig zu Essen. "Ich muss Dir widersprechen.", meint Attila, kommt mit seinem Satz aber nicht weiter, er lässt ihn einfach so im Raum stehen. "Bei was, musst Du mir widersprechen.", frage ich deshalb nach. "Du bist sehr wohl selbstbewusst und hast Mut. Es gibt nicht viele Männer, die es wagen würden, mich anzusprechen und mit mir verhandeln ...