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Der Pakt mit dem Teufel
Datum: 28.07.2019, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Freudenspender
etwas, wenn Du immer unterwegs bist?", frage ich frei heraus und überlege gar nicht, ob ich nicht zu neugierig bin. Attila schaut mich etwas verwundert an, dann aber zuckt ein Lächeln um seinen rechten Mundwinkel. "Nun ja, wie Du siehst, habe ich keine Frau. Aber das könnte sich ja in absehbarer Zeit ändern. Wenn ich Dich richtig verstanden habe.", meint er und lächelt nun etwas hinterhältig. "Nun ja, unsere Verhandlungen habe so eine Wende genommen, die das vermuten lässt.", antworte ich und werde damit wieder an den Grund meines Hierseins erinnert. Attila bietet mir Platz an und ich setze mich auf einen der Stühle, die am Tisch stehen. Dabei beweist er überraschend gute Manieren. Er schiebt sogar meinen Stuhl beim Niedersitzen zurecht und nimmt dann mir gegenüber Platz. Für ein Kriegslager der Hunnen ist der Tisch ausgesprochen vornehm gedeckt. Bei uns zu Hause sieht das Gedeck nur an ganz besonderen Feiertagen so feierlich aus. "Darf ich Dir Wein einschenken?", erkundigt er sich höflich, nachdem er von einem Beistelltisch eine Karaffe genommen hat. "Ich habe noch nie Wein getrunken. Willst Du mich etwa betrunken machen?", frage ich etwas unsicher. Ich habe tatsächlich noch nie in meinem Leben Wein getrunken. Das würde sich für ein junges Mädchen ja auch nicht ziemen, hat mein Vater immer gesagt. Nun ja, als Kind habe ich einmal heimlich aus dem Glas meines Vaters einen Schluck gewagt und da hat mir der Wein nicht geschmeckt. Er war viel zu sauer. Aber da war ich ja auch ...
noch sehr klein und es war nur ein ganz kleiner Schluck. "Du kannst ihn ja auch stehen lassen, wenn er Dir nicht schmeckt.", meint er gelassen und schenkt einfach ein. Er macht das mit ausgesprochen galanten Gesten, die ich einem Hunnen gar nicht zugetraut hätte. Man hört immer, dass sie brutal und ungebildet seien. Aber Attila widerlegt dieses Bild eindeutig. Er scheint sogar sehr gebildet zu sein. Zu meiner Überraschung schenkt er in ein zweites Glas auch noch Wasser ein. Ich habe davon gehört, dass das in sehr vornehmen Kreisen so gemacht wird. Bei uns zu Hause hat es das aber nicht gegeben. "Auf erfolgreiche Verhandlungen.", prostet er mir dann zu, nachdem er sein Weinglas in die Hand genommen und erhoben hat. "Auf erfolgreiche Verhandlungen.", wiederhole ich seinen Trinkspruch schon deutlich besorgter. Ich nippe zuerst nur vorsichtig am Wein. Mhh, der schmeckt aber lecker. Der ist ganz anders als der Wein, den ich als Kind gekostet habe. Der war damals wirklich sauer und hatte nur wenig Geschmack. Dieser Wein hier hingegen, den Attila serviert, hat eine wunderbare Süße, schmeckt fruchtig und hat richtig Körper. "Ein schwerer Rotwein aus dem Gebiet Ostroms.", erklärt mir Attila. "Der schmeckt sehr gut.", antworte ich nicht nur aus Höflichkeit und mache auch gleich einen zweiten Schluck. "Wie alt bist Du, wenn ich fragen darf?", wechselt Attila abrupt das Thema. "Ah, Du willst die Ware einschätzen können, um die wir nun verhandeln.", reagiere ich etwas enttäuscht. Attila ...