1. Der Pakt mit dem Teufel


    Datum: 28.07.2019, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Freudenspender

    ich die Heldin des Augenblicks. Ich bin unglaublich euphorisch. Ist es allein schon der Erfolg, dass Attila mit mir verhandelt? Lange dauert mein Ritt nicht, da erreiche ich auch schon das Lager der Hunnen. Einige haben bemerkt, wie ich auf die Zelte zu presche und haben sich am Rande aufgestellt. Anfänglich versperren sie mir den Weg, weichen dann aber im letzten Moment zur Seite, um mich dann doch noch durchzulassen. Ob es die Tatsache ist, dass ich mein Tempo nur leicht verringere oder ob der Anblick der Wache hinter mir dazu geführt hat, kann ich nicht genau sagen. Auf jeden Fall kann ich ungehindert die Gasse zwischen den Zelten entlang reiten und halte auf das größte Zelt in der Mitte des Lagers zu. Ich nehme an, dass das Attilas Zelt ist. Wenn ihm schon der Sinn nach imposanten Auftritte steht, so will ich ihm in nichts nachstehen. Und so bringe ich mein Pferd erst knapp vor dem Zelt zum Stehen und springe voller Elan herab. Ich übergebe die Zügel einem Hunnen, der dort offenbar Wache hält, und zupfe meine Kleider noch etwas zurecht. "Ich bin mit Attila verabredet.", sage ich zu dem Mann, der mich etwas konsterniert beobachtet. Er hat wohl noch nie eine junge Frau gesehen, die einen solchen Auftritt hinlegt. Soweit ich informiert bin, haben die Frauen bei den Hunnen eine noch untergeordnetere Rolle, als bei uns. Und in einem Kriegslager wohl erst recht. "Bitte, warten Sie einen Moment.", antwortet der verdutzte Mann dann aber doch recht höflich. Er bindet das Pferd an ...
     einem Pfosten vor dem Zelt an und verschwindet dann darin. Schon wenig später kommt Attila heraus und begrüßt mich ausgesprochen freundlich. "Ildico, man hat mir von Deiner Ankunft berichtet.", grinst er und hält mir höflich den Eingang zum Zelt auf. "Und was hat man Dir erzählt?", frage ich vergnügt und ein wenig übermütig. "Dass Du eines Kriegers würdig wärst. Den Umgang mit den Pferden der Hunnen scheinst Du schon einmal sehr gut zu beherrschen. Wollen wir sehen, wie es mit uns klappt.", antwortet er etwas zweideutig. "Ich denke auch bei den Hunnen sind die Pferde ähnlich, wie bei uns.", grinse ich. "Und vermutlich die Männer auch.", kontert er sichtlich vergnügt. Wir betreten das Zelt und meine Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Auch wenn eine brennende Kerze auf einem Tisch steht, so ist es doch recht dunkel. Viel Licht vermag sie nicht zu spenden. Das Zelt ist in zwei Abschnitte geteilt. Im vorderen Bereich, in dem wir uns befinden, steht ein Tisch, der fast schon feierlich gedeckt ist. Im anderen Eck steht ein Schreibtisch. Etwa die Hälfte des Zeltes ist mit Decken abgeteilt und ich vermute dahinter befindet sich der Schlafbereich. "Willkommen in meinem Heim.", begrüßt mich Attila noch einmal. "Und hier wohnst Du?", frage ich durchaus interessiert. "Die meiste Zeit. Ich habe zu Hause ein Haus aus Holz, aber ich bin viel unterwegs. Deshalb verdient dieses Zelt wohl eher die Bezeichnung ´mein Zuhause´.", antwortet er etwas nachdenklich. "Fehlt Dir nicht ...
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