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Der Pakt mit dem Teufel
Datum: 28.07.2019, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Freudenspender
ist schon klar, dass das ein Pakt mit dem Teufel wird?", meint er gefährlich leise. "Ob er wirklich der Teufel ist, das muss sich erst noch zeigen. Tatsache ist, dass wir keinen anderen Verhandlungspartner haben. Entweder wir reden mit ihm oder mit keinem.", bleibe ich entschlossen. "Das ist ein Pakt mit dem Teufel, sage ich Dir. Du wirst noch an meine Worte zurückdenken. Ich hoffe nur, Du wirst es nicht bitter bereuen, Dich auf einen Handel mit Attila eingelassen zu haben.", warnt mich mein Vater. Es hat keinen Sinn, weiter mit ihm zu diskutieren. Er hat seine Meinung und ich meine. Deshalb mache ich mich auf den Weg in mein Zimmer. Ich ziehe mich hübsch an und frisiere mich. Ich will dem Hunnenkönig angemessen gekleidet und frisiert entgegentreten. Wenn ich ihm den nötigen Respekt entgegenbringe, dann hoffe ich, dass er auch mich respektiert. Deshalb gebe ich mir besonders Mühe, mich hübsch herzurichten. Als ich fertig bin trete ich vor das Haus, wo zwei Hunnen warten und dabei ein drittes Pferd am Zügel halten. Dieses hat einen Sattel. So eine Frechheit. Für wen halten die mich denn? Warum soll ich ein Pferd mit einem Sattel nehmen? Ich bin eine gute Reiterin und will den Hunnen in nichts nachstehen. Also nehme ich dem verblüfften Hunnen die Zügel für sein eigenes Pferd ab, das nur eine Decke übergeworfen hat und springe mit einem Satz auf den Rücken des Tieres. Die Pferde der Hunnen sind etwas kleiner, als unsere, so dass mir diese recht sportliche Art des Aufsteigens ...
kein Problem bereitet. Da auch mein Pferd etwas kleiner ist, habe ich Übung darin, so aufzusteigen. Kaum auf dem Pferd treibe ich es auch schon an und presche wenig später im gestreckten Galopp die Gasse hinunter und aus dem Dorf hinaus. Mensch und Tier, alles was auf der Straße ist, springt zur Seite oder flüchtet. Ich bin entschlossen und reite auf die Ebene vor dem Ort zu. Dort nehme ich Kurs auf das Lager der Hunnen, das sie in sicherem Abstand aufgeschlagen haben. Während ich fast über die Ebene fliege, drehe ich mich um und sehe, wo meine Begleiter bleiben. Einer der beiden Hunnen hat zwar Mühe, mir zu folgen, aber mit etwas Abstand ist er doch hinter mir. Der zweite dagegen ist weit abgeschlagen und scheint mit dem Sattel nicht wirklich zurecht zu kommen. Mir hingegen weht der Wind entgegen, zerzaust mein Haar und ich fühle mich eigenartigerweise frei, wie schon lange nicht mehr. Ich habe die beiden Hunnen mit meiner Aktion wohl völlig überrascht. Aber ich will ihnen in nichts nachstehen. Ich will zeigen, dass ich sehr wohl ein ebenbürtiger Partner bin. Ich will es vor allem Attila zeigen. Ich kann ohne Sattel reiten und ich bin bereit, mich den Gepflogenheiten anzupassen. Aber ich will auf Augenhöhe verhandeln. Das Adrenalin, das im Augenblick durch meinen Körper fließt und mich aufputscht, macht mich mutig. Ich hoffe, dass es mich nicht übermütig macht. Aber im Augenblick spüre ich ein Gefühl von Leichtigkeit und habe das Gefühl, als könne mir alles gelingen, als wäre ...