-
Der Pakt mit dem Teufel
Datum: 28.07.2019, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Freudenspender
einschätzen. Zuerst hat er sich vor Angst fast in die Hosen gemacht und ist hinter meinem Vater verschwunden. Aber langsam, langsam hat er neugierig, wie er eben ist, den Kopf immer weiter hervor gestreckt. "Da ist ja jemand echt mutig, wie seine große Schwester.", lacht Attila fast schon vergnügt auf. "Natürlich bin ich mutig, wie meine Schwester.", protestiert mein Bruder todernst. "Gut, also bevor ich ganz meinen Ruf als der böse Hunnenkönig verliere, wollen wir das hier langsam hinter uns bringen. Kommst Du jetzt mit in mein Lager?", wendet sich Attila wieder an mich. "In Dein Lager? Was machen wir dort?", bin diesmal ich überrascht. "Das Abendessen, erinnerst Du Dich noch?", erklärt er mir und tut so, als würde er mit einem kleinen Kind sprechen. "Ah, bei Dir im Lager, natürlich. Darf ich mich vorher noch umziehen und frisieren?", antworte ich etwas verlegen. "Und Du nimmst nicht Reißaus?", meint Attila. "Ich gebe Dir mein Wort.", versichere ich ihm ernst. "Ich kenne Dich noch nicht lange genug, um zu wissen, ob ich auf Dein Wort etwas geben kann.", meint er ehrlich. "Wenn ich Dir sage, ich komme, dann würde ich auch zu Fuß und alleine bis zu Dir ins Lager gehen. Darauf kannst Du Dich verlassen.", entgegne ich fast ein wenig empört. "Das möchte ich sehen.", neckt er mich schon wieder. "Nun ja, wenn Du mir ein Pferd erlauben würdest, wäre das besser. Ich weiß nicht, ob ich es zu Fuß rechtzeitig zum Abendessen schaffen würde.", nun muss auch ich fast grinsen. "Gut, ich ...
lasse zwei Reiter und ein Pferd da. Ich bin nicht unhöflich und ich lasse eine hübsche, junge Frau nicht unbewacht durch den Ort reiten. Dazu ist mir die Lage im Augenblick auch zu gefährlich.", antwortet Attila höflich. "Ich verspreche Dir, ich werde kommen.", versichere ich ihm. "Ich erwarte Dich mit Freude!", schließt Attila das Gespräch, verabschiedet sich mit einer kurzen, höflichen Verneigung von meinen Eltern und verlässt dann den Raum. Kapitel 2 "Ildico, was hast Du getan? Du bist so ja kein ehrbares Mädchen mehr. Sich einem Mann so unverschämt anzubieten, das geht doch nicht. Jeder muss Dich jetzt ja für eine Hure halten.", tadelt mich mein Vater, als Attila und sein Gefolge den Saal verlassen haben. "Hure oder Sklavin, wo ist denn da der Unterschied?", gebe ich meinem Vater entschlossen kontra. "Lieber mit Würde eine Sklavin als eine schamlose Hure.", antwortet mein Vater todernst. Er ist wirklich aufgebracht. Diese Worte kommen aus seinem Mund, als würde er sie nur so ausspucken. Mir ist schon klar, dass ich gegen alle Konventionen zu Sitte und Anstand verstoßen habe, die es bisher in unserem Stamm gegeben hat. Aber um ehrlich zu sein, diese Konventionen sind mit der Kapitulation sowieso nichts mehr wert. Ab sofort gelten die Gesetze und Gepflogenheiten der Hunnen. "Mindestens habe ich etwas unternommen, um meine Familie zu retten. Sonst macht ja niemand etwas. Du magst darüber denken, wie Du willst. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.", entgegne ich ihm energisch. "Dir ...