1. Der Pakt mit dem Teufel


    Datum: 28.07.2019, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Freudenspender

    verspreche ich Dir.", antworte ich nach einer kurzen Pause ehrlich und fast schon resigniert. Langsam wird die Sache richtig peinlich. Alle im Raum schauen uns an. Attilas Gefolge verfolgt unseren Wortwechsel mit sichtlichem Wohlgefallen. Ich habe den Eindruck, sie haben ebenfalls Spaß daran, wie Attila mit mir spielt und mich immer mehr in die Enge treibt. Meine Eltern und die Bediensteten des Hofes hingegen schauen betreten drein. Sie schämen sich ganz offensichtlich für mich. Ich gebe es auch ehrlich zu, ich habe echt jede Grenze des guten Geschmacks längst schon überschritten. Dass sich eine Frau so offen und schamlos einem Mann anbietet und sich dabei auch noch anpreist, das hätte auch ich mir bis vor wenigen Minuten nicht vorstellen können. Aber besondere Situationen erfordern eben, dass man sich anpasst. Außerdem muss ich zu meiner Verteidigung auch anführen, dass Attila es meisterlich verstanden hat, mich in dieses schändliche Gespräch zu verstricken. Ich bin ihm wie ein dummes Schaf aufs Glatteis gefolgt. Man ist es ja gewohnt, dass Männer sehr zotenhaft sprechen und sich auch mit ungebührlichen Ausdrücken und Gesten nicht immer zurückhalten. Aber mir als junge Frau würde ein solches Gespräch nie zu Gesichte stehen. "Gut, verhandeln wir. Beim Abendessen?", überrascht mich Attila erneut. "Ernsthaft?", zweifle ich nun selbst an meinem Teilerfolg bei den Verhandlungen. "Ernsthaft. Versprochen!", antwortet Attila weiterhin belustigt. Er scheint meine Frage aber ...
     etwas anders verstanden zu haben, wie ich sie eigentlich gemeint habe. Ist auch besser so, dann mache ich nicht ganz die Figur des Dummerchen. "Und meine Eltern und Geschwister? Was passiert in der Zwischenzeit mit Ihnen?", frage ich. "Die laufen uns nicht weg. Die setze ich hier im Haus fest. So wie sie hier sind.", meint er. "Und die Bediensteten?", lege ich noch eine Schippe drauf. "Die auch? Im Ernst?", schaut mich Attila überrascht an. Auch ich kann Dich überraschen, mein Freund, denke ich bei mir. Ich bin fast schon ein wenig stolz, denn zum ersten Mal habe ich ihn aus der Ruhe gebracht, ihn irritiert. Wow, den großen Attila. "Ja, im Ernst. Was wären es für Verhandlungen, wenn Du währenddessen schon vollendete Tatsachen schaffst. Dann würden wir ja umsonst verhandeln.", lege ich nach. "Gut, damit Du zufrieden bist. Alle hier im Haus werden nicht angerührt.", lenkt er zu meiner Überraschung ein. "Und meine Oma? Die wohnt etwas außerhalb. Kannst Du sie auch hierher bringen lassen?", mache ich weiter. "Mit Dir ist es echt nicht leicht, zu verhandeln?", grinst er breit. "Ich bin nur vorsichtig.", verteidige ich mich. "Gut, dann lasse ich auch Deine Oma hierher bringen. Kann jemand meinen Leuten den Weg zeigen?", gibt er auch in diesem Punkt nach. "Ja, das kann ich.", meldet sich etwas vorlaut mein kleiner Bruder, der sich während meines Disputs mit Attila allmählich hinter meinem Vater hervorgetraut hat. Mit seinen neun Jahren kann er wohl den Ernst der Lage noch nicht ganz ...
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