1. Via Appia


    Datum: 24.09.2023, Kategorien: Deine Geschichten Autor: Sauerlaender

    Heiß brannte die aufgehende Sonne vom blauen Himmel.
    Hier im Süden der Republik war es schon am Morgen heiß. Einige Hilfskräfte mit drei Legionäre als Begleitung kamen die Straße hinab.
    An jedem Kreuz blieben sie kurz stehen und gaben den Gekreuzigten einen Becher mit Kräuter versetzen Wein.
    Links neben mir hörte ich ein leises Wimmern.
    Es kam von einem etwa 25 Sommer alten Burschen namens David, mit einer Haut wie Ebenholz:"Dürfen wir heute wohl endlich sterben?"
    flüsterte er. "Ich denke nicht, ist doch erst der dritte Tag, wo wir hier hängen. Und der Statthalter möchte das wir die Herrlichkeit Roms lange genießen." antworte ich.
    Mein Gesprächspartner wurde ohnmächtig.
    
    Vier Tage zuvor:
    
    Ein schwerer Schlüssel knarrt im Schloss. "Aufstehen ihr Taugenichtse", die Stimme kam von einem 50 jährigen, grauhaarigen Herrn, gekleidet in einer kostbaren Tunika.
    Ich schlug die Augen auf. In der Männerunterkuft ging es mit einem Mal zu wie in einem Bienenstock. Alle sahen zu das sie sich schnell die Lumpen anzogen.
    Dann ging es nach draußen in den Hof.
    Dort stellten wir uns in zwei Reihen auf und wurden in Ketten gelegt.
    Auch aus der Frauenunterkunft kamen Geräusche der Betriebsamkeit und kurz darauf stellten sich neben uns die weiblichen Sklaven auf.
    Auch sie wurden in Ketten gelegt.
    Der Dominus stieg auf sein Pferd und ritt langsam los. Wir folgten im Gänsemarsch.
    
    Nach zwei Stunden erreichten wir Capua.
    Dort ging es zum Marktplatz. Wir stellten uns in Reihe auf ...
     dem Platz auf.
    Doch wir waren nicht alleine, aus der ganzen Provinz mussten sich die Sklaven hier versammelt haben. Es waren Tausende.
    Auf einmal tratt der Statthalter mit einer Pergament Rolle vor und verkündete: "Aufgrund des Sklaven Aufstand im Frühjahr, hat der Kaiser verfügt das jeder zehnte Sklave egal ob Mann oder Frau, egal welches Alter an der Via Appia zu kreuzigen ist."
    Es kam zu einer Unruhe unter den Anwesenden.
    Von vorne kam ein Centurio mit einer Legion und zählte die Reihe ab.
    Jede/r zehnte wurde von zwei Legionären weggeführt.
    Noch drei Reihen bis sie bei mir sind, ich fange an zu schwitzen.
    Noch zwei Reihen, ich atme schneller.
    Noch eine Reihe, das Herz fängt an zu rasen.
    "Zehn" höre ich und ein Schlag auf die Schulter.
    Meine Knie zittern, der Centurio ist schon weiter gegangen. Jetzt kommen zwei Soldaten und nehmen mit die Fußketten ab, dafür fesseln sie mich mit einem Seil und führen mich in eine Nebenstraße.
    Dort stell ich mich hinter den anderen Auserwählten.
    Mir kommt der Gedanke an Flucht, doch stehen überall Soldaten - keine Chance.
    Nach einer Stunde ertönt ein Pfiff und die Schlange setzt sich in Bewegung.
    Langsam gehen wir los Richtung Norden.
    Nach 3 Meilen erreichen wir die Garnison, die etwas außerhalb der Stadt liegt.
    Wir treten durch ein Tor und stehen auf einem großen Hof. Das muß wohl der Exerzierplatz sein denke ich mir.
    Am Rande des Platzes liegen hunderte Holzbalken.
    Wir werden in einen Keller geführt und eine Wache öffnet ...
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