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Zwei Schwestern
Datum: 13.08.2019, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byswriter
einem Menschen täuschen?" So schnell, wie sie gekommen war, so rasch verschwand sie wieder im Haus. Erneut polterten Möbelstücke im Innern des Gebäudes. Mary war immer noch stinksauer. John wusste, dass er sie nicht würde umstimmen können, und verfluchte sich für seine falschen Entscheidungen der letzten Tage. Amy stand neben ihm und meinte trocken: „Das wäre alles nicht nötig gewesen, wenn du dich für mich entschieden hättest." Sie sahen einander an. John fand, dass er etwas sagen musste. „Es tut mir leid, Amy. Ich habe Fehler gemacht. Ich war ungerecht zu dir und zu deiner Schwester ... Ihr habt euch um mich gekümmert, mich gerettet und so habe ich es euch gedankt ... Verzeih mir bitte." Amy erwiderte nichts. „Ich werde euch verlassen. Ich hole nur kurz meine Sachen vom Dachboden, dann seht ihr mich nie wieder." Er machte kehrt und ging auf den Eingang der Scheune zu. „Warte!" Er drehte sich um und blickte auf Amy, die einen Schritt auf ihn zu getreten war. Sie sahen einander schweigend an. Dann meinte die junge Frau: „Ich liebe dich noch immer und will mit dir gehen." John glaubte, sich verhört zu haben. „Nein, Amy. Das wäre keine gute Entscheidung." „Ich kann damit leben, dass ich nicht deine erste Wahl bin ... Aber du siehst ja, dass Mary dich nicht will. Ich aber schon." „Was redest du da?" „Ich weiß genau, dass ich jede Selbstachtung vor mir verloren habe ... Aber ich liebe dich und will immer bei dir sein. Nimm mich bitte mit ... Mary wird bestimmt nie wieder ein ...
Wort mit mir wechseln. Ich kann hier nicht bleiben." „Amy ..." „Ich werde dir immer eine gute Frau und Geliebte sein!", platzte es aus Amy heraus. Tränen waren in ihre Augen getreten. Eine kullerte ihre Wange herab. John empfand Mitleid für Amy, doch er konnte sie unmöglich mit sich nehmen. Das würde Marys Hass auf ihn noch stärker werden lassen. „Es geht nicht." „Hat es dir gar nichts bedeutet, was zwischen uns gewesen ist ...? Wir haben miteinander geschlafen. Vielleicht erwarte ich längst ein Kind von dir." John lief es eiskalt den Rücken runter. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er beide Schwestern geschwängert haben könnte. Ihm wurde übel und leicht schwindelig. Was sollte er nur tun? „Lass mich mit dir gehen. Zurück zu deiner Familie", bat Amy flehend. „Ich werde immer für dich da sein und dir sämtliche Wünsche erfüllen. Ich kann arbeiten und auf deiner Farm helfen. Ich werde alles tun, was du von mir verlangst." John hob die Stimme an. „Nein. Schluss jetzt! Es wird nicht funktionieren. Ich liebe dich nicht! Ich habe es nie getan. Es war schön mit dir, aber nicht mehr. Verstehe das doch endlich." Amy brach in Tränen aus und rannte fort. Als sie hinter dem Haus verschwunden war, machte sich John auf den Weg, das letzte Mal den Dachboden zu betreten, wo alles angefangen hatte. Wenige Augenblicke später stand er wieder vor der Scheune und ließ seinen Blick über die Gebäude schweifen. Keine der Schwestern war gekommen, um ihn zu verabschieden. Es wunderte ihn nicht. Er atmete ...