1. Wiener Geschichten 01 - Nachtmusik


    Datum: 15.06.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen Autor: byfotzenfreund

    nahm. Zwei junge Dinger auf der Bank vor ihr unterhielten sich im typischen Wechsel von Deutsch und einer südlichen Fremdsprache. In jedem zweiten deutschen Satz fiel das Wort mit „S". Hätten die Mädchen keine Kopftücher getragen, wäre Frau von Trotta weniger überrascht gewesen. Jetzt fing sie an, sich zu interessieren. Ob sie schon einen gehabt habe, fragte die eine. Die andere lächelte verlegen. Nein, und du? Drin noch nicht, aber angefasst. Hat er gespritzt? Jetzt lächelte die andere. Ob sie mit dem Schwanz auch ficken würde, wollte das erste Mädchen wissen. Frau von Trotta war entsetzt, aber im Bilde. Was die Eltern tun würden, wenn sie das wüssten, dachte sie? Mein Alter würde mich umbringen, kam prompt die Antwort. Du traust dich nur nicht, wurde die Schwanzkundige gehänselt und sie entgegnete ärgerlich auf Türkisch. Orgasmuskugeln sind aber auch gut, ergänzte sie auf Deutsch. Noch ein Begriff, der Frau von Trotta nicht geläufig war. Er verlangte nach Erklärung. Langsam nacheinander reinschieben, an der Schnur rausziehen, wieder reinschieben, oder einfach drinlassen und mit den Muskeln spielen. Die links Sitzende schien keine Hemmungen zu haben, ihrer Freundin und somit auch Frau von Trotta die Funktion von Orgasmuskugeln mit Worten und Gesten zu verdeutlichen. Nebenher kramte sie eine schulheftartige Broschüre aus dem Rucksack. Frau von Trotta linste verstohlen über die Schultern der Mädchen und erkannte schockiert, dass es sich weder um Mathematik noch Physik ...
     handelte. Bei weiter Auslegung hätte der Inhalt des Heftes vielleicht für den Biologieunterricht getaugt. Die Roten seien echt geil, weil innen eine zweite Kugel rotiert, vernahm Frau von Trotta deutlich, obwohl die Straßenbahn mit grässlichem Geholper eine Schienenkreuzung überquerte. Ob sie damit auch richtig gut käme, wurde gefragt und Frau von Trotta war schockiert, als sie aus dem Mädchenmund die ausführliche Beschreibung eines weiblichen Höhepunktes vernahm. Es war ein Vorgang, den ihr Körper noch nie gespürt hatte. Kein Mann hatte sie je in diesen Zustand versetzt und ihre eigenen Hände hielt sie für tabu. Pfarrer Guggenbichler grüßte katholisch von oben, er war längst gestorben. Alter und Religion waren ihr plötzlich egal. An der nächsten Station stieg sie aus, nicht weil Sankt Marx schon erreicht war, sondern weil sie wusste, dass an der Häuserzeile gegenüber die Reklame eines Erotikcenters prangte. Mit mulmigem Gefühl erstand sie dort, für Neunundzwanzigneunzig, im schummerigen Licht verschämt um sich blickend, eine Packung Kugeln, rot, rotierend. Der schmierige Verkäufer an der Kasse grinste und zwinkerte wissend. Dabei wusste sie so gut wie nichts, bekam aber eine neutrale Plastiktüte und den Hinweis mit auf den Weg, dass niemand etwas merken würde. Frau von Trotta war der Meinung, dass auch ohne Tüte niemand etwas bemerkt hätte. An diesem Tag, es war der 27. Jänner, hatte Frau von Trotta ihre erste Affäre. Er hieß Wolfgang und wohnte im Stadtteil Sankt Marx. Eigentlich ...
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