1. Wiener Geschichten 01 - Nachtmusik


    Datum: 15.06.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen Autor: byfotzenfreund

    in die Eichel wanderte. Nach jeder Zuckung war eine weitere schleimige Schliere auf den schwarzen Lack des Bösendörfers geschleudert worden und als der Strom zu versiegen drohte, setzte sich die Hand erneut in Bewegung, um das Rohr vollständig zu entleeren. Maximilian hatte vor den Augen seiner Klavierlehrerin bis zum Orgasmus onaniert. Frau von Trotta war lange nachdenklich vor ihrem Flügel gestanden und hatte die milchigen Lachen ihres Musterschülers versonnen betrachtet, als dieser längst schon, über sich selbst entsetzt, das Haus verlassen hatte. Mit spitzem Zeigefinger hatte sie in den Pfützen gerührt und mit seinem Sperma Kreise gemalt. Sie war nicht imstande gewesen, dem jungen Mann Einhalt zu gebieten. Zu überraschend, zu mitreißend hatte das Geschehen seinen Lauf genommen. Frau von Trotta war eine Frau besten Alters, wenn der Betrachter es wohlwollend meinte. Oder eine alte, verstaubte Schachtel. Immerhin eine aus einer Wiener Familie reinstes Donauwassers und Walzerblutes, seit Generationen. Abgesehen von einem ungarischen Halbadligen in der väterlichen und einer böhmischen Hofdame in der mütterlichen Linie vor etwa zweihundert Jahren. Habsburgs Herrschaft war großzügig gewesen und hatte die Trottas vereinnahmt. Von Kaiser Franz-Josef vollständig nobilitiert fanden Frau von Trottas Vorfahren ihre Bleibe in einem großen Gründerzeitgebäude in der Millökergasse. Jedes Stockwerk eine feudale Wohnung, mit Räumen für das Personal auf der Etage. Langsam wurde es für Frau ...
     von Trotta beschwerlich, in der 4. Etage zu wohnen. Doch um ihren geliebten Bösendorfer artgerecht aufzustellen, kam für sie keine andere Wohnung in Betracht. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war das Stadtpalais renoviert und, dem Geist der Zeit und den finanziellen Notwendigkeiten entsprechend, aufgeteilt und umgebaut worden. Aus einer Wohnung wurden drei. Nur Frau von Trotta hatte als Eigentümerin weiterhin das Privileg, in der herrschaftlichen Beletage zu wohnen. Knapp 200 Quadratmeter, die nur den monatlichen Verbrauch kosteten, dafür viel Atemluft, um hinaufzugelangen, denn es gab zwar ein wunderschönes Treppenhaus, aber keinen Aufzug. Ihr Büstenhalter kam regelmäßig an die Grenzen der Belastbarkeit, wenn sie, schwer atmend, die Wohnungstür erreichte. Alles hatte seinen Preis. Aber Frau von Trotta hatte nie anderswo gelebt und konnte es sich auch nicht vorstellen. Der Sechste war ihre Heimat. Früher war es der Gumpendorfer, heute nannte man den Bezirk Mariahilf. Zwei Querstraßen nach rechts und die Linke Wienzeile entlang kam sie auf den Naschmarkt und erreichte zwanzig Minuten zu Fuß über den Ring und die Kärntner Straße den Stephansdom. Wenn sie wollte. Frau von Trotta begnügte sich meist mit touristenfreien Einkaufmöglichkeiten in entgegengesetzter Richtung. Überhaupt, dieses „Gschwerl" aus aller Herren Länder! Von Jahr zu Jahr wurde es schlimmer. Früher sprachen sie Englisch und Französisch, das ergab irgendwann einen halbwegs vertrauten Klang in ihren ...
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