1. Wahlverwandschaften Teil A


    Datum: 05.09.2017, Kategorien: Transen Autor: byGesa

    Siehe auch ‚Wahlverwandtschaften' Teil 1 -- die betrogene Betrügerin . Weitere Folgen, auch mit anderen handelnden Personen, sind geplant. Wahlverwandtschaften Teil A - Zielstrebig Zögernde Abreise von Chris Es war wieder soweit. Ich durfte wieder von Berlin im Osten westwärts an den Rhein zu meiner Mutter nach Köln fahren. Ich freute mich jedes Mal darauf. Die räumliche Trennung meiner Eltern war mir auch nach bald zwölf Jahren noch ein Graus, aber ich hatte mich mit der Situation abgefunden. Mit gut achtzehn Jahren sollte ich das wohl auch. Nächstes Jahr stand das Abitur ins Haus -- und mein Vater erwartete gute Zensuren. Ich mochte meinen Vater, aber meine Vorstellungen von meiner beruflichen Zukunft waren nicht gerade in Übereinstimmung mit denen von meinem Vater. Nach meiner Prüfung für den Realschulabschluss hatte ich damals durchgesetzt, ein Praktikum in einem Kindergarten machen zu können, bevor ich mich für das Aufbaugymnasium anmeldete. Es hatte mir gut gefallen, aber mein Vater war von der ‚Schnaps-Idee' dieser schlecht bezahlten Kinderbetreuung alles andere als begeistert. Es hatte mehrere Male einen handfesten Streit gegeben, als ich damals Überlegungen geäußert hatte, später Erzieher zu werden. Der aktuelle Kompromiss bestand darin, dass ich nach dem Abi das Pädagogik-Studium aufnehmen sollte. Soweit waren wir uns halbwegs einig, aber mein Vater bekam Zustände, wenn ich von Grundschullehrer redete und ich selber fühlte mich genervt, wenn mein Vater vom ...
     Studienrat in der Oberstufe schwadronierte. Der Karneval in Köln fiel meistens in die Ski-Freizeit der Schule, und so hatte ich schon seit Jahren einen meiner drei jährlichen Besuche bei meiner Mutter in diese Zeit gelegt. Die beiden anderen waren in den Sommer- und Herbstferien. Meine Eltern waren so grundsätzlich verschieden, dass es mir seltsam vorkam, wie sie auch nur sechs Jahre an denselben Orten leben konnten. Gut, mein Vater hatte zu dieser Zeit studiert; und danach seine Anstellung, zuerst als Referendar, in Berlin gefunden. Aber jedes Mal, wenn ich nach diesem Zeitpunkt des Umzugs fragte, wollte keiner der beiden mir Auskunft geben. Meine Erinnerungen an diese gesamte Zeit in Köln/Bonn waren ausgesprochen fragmentarisch. Es musste auch einen ziemlichen Streit gegeben haben, da sie seit zwölf Jahren ihren Kontakt so eingeschränkt hatten, dass es da noch etwas geben musste, sonst hätten sie sich wie zwei erwachsene Menschen miteinander unterhalten können. Meine Mutter war eine chaotische Künstlerin und ein absoluter Freigeist. Mein Vater war ziemlich konservativ, konsequent und ein hochrangiger Beamter. Ihre Ideen über meine Erziehung waren immer kontrovers gewesen, solange ich mich erinnern konnte und sie blieben es auch im Hinblick auf meine Zukunft. Chris kommt in Köln an Mit dem ICE auf den Dom hinzu im Februar die Rheinbrücke zu überqueren löste seit Jahren immer wieder diese unbändige Vorfreude aus. Erstens konnte ich mit meiner Mutter über Dinge reden, die ich mit Paps ...
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