1. Nach Zwölf


    Datum: 11.01.2019, Kategorien: CMNF Autor: Claudia, Quelle: Schambereich

    für einige Stunden ja genauso gedacht, nur bei ihr war dieser seltsame Wahnzustand wieder vorbeigegangen. Ob es wohl noch mehr Frauen ging, wie ihr? Eine ca. vierzigjährige Frau, die trotz ihrer Hängebrüste noch recht attraktiv wirkte, betrat die Abteilung. Freundlich lächelnd trat Nicole auf sie zu und versuchte dabei, sich nicht anmerken zu lassen, dass ihr ihre Nacktheit im Gegensatz zu allen anderen doch etwas zu schaffen machte. „Junge Frau, ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich ihr Warensortiment als skandalös empfinde! Mein Name ist übrigens Meyer und ich bin vom hiesigen Ordnungsamt.“ – Oh mein Gott, was wollte die denn jetzt? – „Wie Sie eigentlich wissen sollten, ist seit heute Mittag zum Glück Schluß mit diesem ekelerregendem Schmutz, der den weiblichen Körper bisher besudelt hat, daher fordere ich Sie hiermit auf, Ihr Sortiment bis nächste Woche mit den geltenden Gesetzen in Einklang zu bringen.“ - „Und was sollen wir dann noch verkaufen?“ – Frau Meyer zuckte kurz zusammen, sie hatte wohl mit eifriger Zustimmung gerechnet. Nicole biss sich auf die Lippen, diese unbedachte Frage könnte Konsequenzen haben. „Nun, ähm, als Kosmetikverkäuferin gelten für sie die gleichen Bestimmungen wie für die weiblichen Angestellten der Textilbranche oder für Schuhverkäuferinnen. Präsentieren Sie ihre natürliche unverfälschte Schönheit! Guten Tag!“ Einige Zeit später ließ sich Nicole auf ihr Bett fallen. Die Arbeit war ja eine Sache, aber die nackte Busfahrt hatte ihr den ...
     Rest gegeben. Eine Reihe vor ihr hatten sich zwei Frauen einen Versandhauskatalog angeschaut und sich lautstark über diese „skandalösen und pornographischen“ Abbildungen ereifert. Einige Männer im Bus mussten daraufhin laut lachen, sie witzelten herum, dass heute morgen noch alle derartig „obszön“ herumgelaufen wären, und ob uns Mädels denn nichts seltsam vorkommen würde. Nicole war daraufhin in ihrem Sitz ziemlich weit nach unten gerutscht. Der absolute Oberhammer war jedoch der Aushang am Schwarzen Brett des Mehrfamilienhauses, in dem sie lebte. Das Ordnungsamt hatte verfügt, dass innerhalb einer Übergangsfrist sämtliche Wohnungen „gereinigt“ werden müssten. Wer immer hinter diesem Wahnsinn steckte, hatte jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Der eigentliche Horror an der Sache war aber, dass sie nicht einfach auch in der Lage war, den nackten weiblichen Körper als Nonplusultra zu betrachten. Und die Vorstellung, ihren Kleiderschrank leerzuräumen ohne Möglichkeit, ihn jemals wieder zu füllen, war äußerst trostlos. Verdammt, sie hatte keine Lust auf diesen schmuddeligen Einheitslook. Sie beschloß, erstmal zu duschen. Und Martin hatte sie ja auch ganz vergessen! Als sie aus der Dusche kam, klingelte das Telefon. „Hi, bist du nackt?“ Das war Mariella, Nicoles beste Freundin. „Klar, du auch?“ – „Und macht es spaß?“ Mit Mariellas Stimme schien etwas nicht zu stimmen. „Keine Ahnung… wie geht es deinem Ohr?“ Das schien des Rätsels Lösung, dieses Vibrieren und Summen, das beinahe ...