1. Das Freudenmädchen


    Datum: 22.05.2018, Kategorien: Romantisch Autor: Manuela Yasmina

    Das Freudenmädchen "Sie sind öfters hier?" Der Mann, welcher ihn ansprach, trug, ebenso wie er, einen schwarzen Tanga. Mehr nicht. Aber ein solches Kleidungsstück trugen alle Herren hier. Und die Dame an seiner Seite hatte ihren Körper in eine schneeweiße Korsage gezwängt. Eine Korsage, in der ihre großen Brüste schon herausquollen. "Wie kommen sie darauf?" "Nun, wir waren vorigen Samstag hier. Den Samstag davor, und davor den Samstag sind wir das erste Mal hiergewesen." "Ich weiß." "Und immer warst du auch hier. Und du bist immer alleine hier." "Ja." "Wie kommt das? Samstags können doch nur Pärchen rein." "Nun, das liegt wohl daran, daß der Club mir gehört." "Ach so." Er ließ das verdutzte Pärchen an der Bar stehen und machte sich auf seinen Rundgang. Als er gerade seinen 15ten Geburtstag hinter sich hatte, verstarb sein Onkel Klaus. So etwas kommt halt vor. Aber sein Onkel hatte ein ausgefülltes Sexleben. Und: Er betrieb Clubs. Zwei von ihnen waren gut bestückt mit echt geilen Weibern. Mit anderen Worten: Sein Onkel war Zuhälter. Wenn man es so nennen konnte. Eigentlich arbeiteten die Mädchen alle auf eigene Kappe, mußten ihm nur Zimmer und Getränke bezahlen. Und da er immer die hübschesten Mädchen in der Umgebung hatte, und dies sich unter seinen gutbetuchten Kunden sehr schnell herumsprach, so war er, wie man sagt: ein gemachter Mann. Der dritte Club hingegen war völlig anders. Mädchen, welche dem Gewerbe nachgingen, kamen dort nie hin. Es war ein Swinger und ...
     Pärchen-Club. Dort trafen sich jene Menschen, die den Freuden des Partnertausches frönten. Und da er ihn so wie seine beiden anderen Clubs führte, nur das Beste ist gerade gut genug, war auch dieser eine vielfrequentierte Anlaufstelle. Alteingesessen, sauber und sehr diskret. Nun, alles geht vorüber, so auch das Leben. Und sein Onkel hatte nun dieses hinter sich. Zur Testamentsvollstreckung waren seine Eltern und er einbestellt worden. Niemand wunderte sich, daß auch er dabei sein sollte. Und so saßen die Drei dem Notar gegenüber und hörten sich den letzten Willen des Bruders seines Vaters an. Und der hatte es in sich. Sie erfuhren, daß Onkel Klaus für jeden von ihnen ein Sparbuch angelegt hatte. Jeweils mit einer Million. Allerdings konnte er erst an seinem 18ten Geburtstag darüber verfügen. Aber damit waren sie alle zufrieden. Doch dann kam der Nachsatz. Hiermit verfüge ich, das alle drei Sparbücher an die Stiftung für herrenlose Tiere fällt, wenn meine letzte Verfügung angefochten wird. Und diese ist: Meinem Neffe Manfred hinterlasse ich meine drei Clubs, mit der Auflage, diese auch weiterhin zu betreiben. Seine Eltern haben jetzt und auch in Zukunft nichts mit ihnen zu tun. Der bisherige Geschäftsführer hat mein vollstes Vertrauen und dieses in all den Jahren niemals mißbraucht. Anfangs konnten weder seine Mutter noch er sich vorstellen, was für Clubs dies waren. Eher schon seine Mutter. Er dachte dabei an Clubs, wie sie in den Filmen von Edgar Wallace immer vorkamen. Alteingesessene ...
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