1. Der Ring


    Datum: 13.03.2019, Kategorien: Selbstbefriedigung / Spielzeug Autor: bymitternachtigal

    mir fest. Wenn ich laufe, schleift es hinter mir her wie ein Schwanz -- nur daß der Schwanz nicht hinten, sondern vorne an mir dran hängt. Es fühlt sich ganz merkwürdig an, daß dort etwas ist, das mit mir verbunden ist, obwohl ich es nicht mit den Händen festhalte. Ich spüre das Gewicht und die Bewegungen des leichten Bandes ein wenig an mir ziehen. Es erregt mich. Ich laufe einige Male einfach so durch mein Zimmer und trage das Band spazieren, spüre seine Bewegungen. Dann halte ich inne. Und jetzt? Die andere Seite des Bandes? Vor Erregung zittern meine Hände bereits... Ich schaue mich um im ganzen Zimmer, auf der Suche nach einer passenden Idee. Ich will mich ja nicht verletzen, will nicht, daß es weh tut -- will aber auch nicht, daß es nicht weh tut. Ich habe keine Ahnung, was ich will; habe aber schon verstanden, daß in meinem aktuellen Zustand nicht mehr mein Verstand die Entscheidungen trifft. Und dann haben meine Augen ein interessantes Objekt entdeckt: Neben dem Schreibtisch stehen mehrere Wasserflaschen; darunter auch eine leere Flasche. Das ist es: Ich nehme eine leere Flasche und gieße ein wenig Wasser hinein. Dann, völlig aufgeregt und zittrig, setze ich mich auf den Boden und binde die dicht vor mir liegende Flasche etwa zwanzig Zentimeter von meinem Schritt entfernt am Band fest. -- Fertig. Mein Herz pocht. Jetzt muß ich nur noch aufstehen. Ich habe Angst. Aber irgendwie will ich es auch tun. Will es müssen! Nein, ich kann nicht einfach so aufstehen, es würde ...
     sicher fürchterlich weh tun... In solchen Situationen mag ich es, Entscheidungen von irgendwelchen Ereignisse abhängig zu machen, die ich selber nicht beeinflussen kann. Und wenn die Entscheidung fällt, muß ich mich ihr fügen, ob es mir gefällt, oder nicht. Ich will dieses Spiel spielen und das Risiko eingehen, auch wenn mich mein Verstand warnt, daß es womöglich nicht ungefährlich ist. Ich wähle den Wurf einer Münze als Herr über mein Schicksal, denn mein Portemonnaie liegt gerade in Reichweite auf dem Tisch. Ganz einfach, die Münze wird entscheiden, was ich tue. Die Regeln sind simpel: ‚Wappen' -- es passiert nichts weiter. ‚Zahl' -- ich stehe auf. Beim ersten mal ‚Zahl' stehe ich vorsichtig auf, ab dem zweiten mal ganz normal, als hätte ich keine Flasche an mir hängen; beim dritten mal muß ich mindestens 3 Sekunden stehen bleiben, beim vierten mal 4 Sekunden, und so weiter. Und ich entscheide mich, die Münze fünf mal zu werfen; so viel Risiko will ich eingehen. Vielleicht passiert ja gar nichts. Aber vielleicht werde ich es auch bereuen. Ich beginne... ‚Wappen'. Glück gehabt. Doch insgeheim warte ich ja doch auf den Moment, in dem ich mich dem Ungewissen fügen muß... ‚Zahl'. Oh nein! Jetzt muß ich es tun! -- Ob ich will oder nicht; abgemacht ist abgemacht. Mein Herz pocht ganz schnell, rast vor Erregung. Oder vor Angst? Oder beides? Ich zittere am ganzen Körper. Ich schließe die Augen. Ganz langsam erhebe ich mich ein Stück. Die Flasche liegt noch immer auf dem Boden. Ich ...