1. Weihnachten zu dritt


    Datum: 21.10.2017, Kategorien: Sonstige, Autor: Aldebaran66

    Trecker!", kam trocken von ihr zurück. "Was hältst du davon, wenn ich dir etwas vorlese?" So etwa hatte sie selbst in ihrer Kindheit nicht gehört. Ein Mann wollte ihr, einer erwachsenen Frau etwas vorlesen. Das klang auf der einen Seite komisch, aber zugleich interessant. Warum also nicht. Also nickte sie und er sah es wohl, denn er stand auf, ging zum Bücherregal und zog eines der Bücher heraus. Dann kam er zurück, schob eine Leselampe an seinen Sessel und setzte sich hin. Dann blätterte er im Buch herum, fand letztendlich die Stelle, die er gesucht hatte, und fing an zu vorzulesen. Es war tatsächlich ein Märchen. Sie grinste als sie die ersten Zeilen hörte, aber war dann erstaunt über den Inhalt, denn sie kannte dieses Märchen nicht, was sicher auch nicht für Kinder geschrieben worden war. Es war eher im Stile von tausendundeiner Nacht geschrieben worden. Man musste aufmerksam zuhören, um den Inhalt zu verstehen. Dabei war es sehr angenehm, dass Heinrich eine sehr interessante Stimme hatte, der man gerne zuhörte. Er schaffte es tatsächlich den einzelnen Figuren eine etwas andere Stimme zu geben, dass man sie schon am Klang auseinanderhalten konnte. Seine Worte drangen in ihr Gehirn und formten dort ohne Mühe die Geschichte. Sie sah die Umgebung, konnte die einzelnen Menschen erkennen, die in der Geschichte vorkamen und sie taten von ganz alleine, was Heinrich vorlas. Für Angela kam dafür nur ein Begriff in den Sinn. Augenkino. So versank sie in einer anderen Welt, die sie ...
     für die Zeit gefangen hielt, in der Heinrich vorlas. Dabei schlief sie tatsächlich ein, kam aber in die Welt zurück, als sie bemerkte, dass er sie aus dem Sessel hob. Sie hatte sich darauf mental vorbereitet und darauf konditioniert aufzuwachen, wenn sie angehoben wurde. Sie hatte einmal davon im Zusammenhang mit autogenem Training gehört und wunderte sich jetzt ein wenig, dass es so gut funktionierte. Wie am Abend zuvor brachte Heinrich sie nach oben in das Zimmer und legte sie auf das Bett. Sie auszuziehen wurde für ihn zur Routine, denn er schaffte es dieses Mal schneller, als zuvor. Vielleicht lang es aber auch daran, dass Angela es ihm leichter machte, indem sie sich wie zufällig im vermeintlichen Schlaf bewegte. Eine Drehung hier, ein leichtes Anheben dort und schon lag sie vollkommen nackt auf dem Bett. Die Wolkendecke war aufgerissen und es war fast Vollmond. Der Schnee warf das fahle Mond- und Sternenlicht zurück und ließ es durch das Fenster scheinen. Dabei war es Zufall, dass es genau auf das Bett und auf Angelas Körper unterhalb ihres Kopfes fiel. Ihr Rumpf erstrahlte daher im Mondlicht und trat deutlich mit dazugehörendem Schatten hervor. Heinrich schien es in den Bann zu schlagen, denn er stand eine ganze Weile seitlich am Bett und betrachtete sie aus einiger Entfernung. Angela verfolgte wieder alles aus den schmalen Schlitzen, die sich zwischen den Augenliedern auftaten. Dieses Mal beugte sich Heinrich nicht einfach herunter, sondern ging vor dem Bett in die ...
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