1. Im Schatten Teil 02


    Datum: 21.10.2017, Kategorien: Fetisch Autor: byspkfantasy

    das Sagen hatte. Özil wiederum hielt sich im Geschäft heraus, solange ihre Regeln für den Umgang mit muslimischen Geschäftspartnern akzeptiert waren. Das was Aida mir gesagt hatte, war in geschäftlicher Hinsicht durchaus vernünftig und nachvollziehbar. Es gab in Berlin keine Steuerberater, die türkisch konnten und die Denkweise von den sehr patriarchalisch geführten Geschäften der muslimischen Gemeinde verstanden. Die Kontakte innerhalb der Gemeinde über den bekannten Gemüse- und Obsthandel auszunutzen, machte ebenfalls Sinn. Das war also eine richtig lukrative Nische. Das was mir an dem Vorschlag ein mulmiges Gefühl verursachte, war die Betonung, dass ich zur Familie gehörte und mir überlegen sollte, ob ich nicht konvertieren wolle. Da steckte einiges mehr dahinter, was Aida mir bis jetzt verschwieg. Noch mehr beunruhigte mich, dass die Einhaltung von Regeln bereits für dieses Restaurant gelten sollte, das ich heute besucht hatte. Ich musste mit Aida an einem anderen Tag ausführlicher sprechen, wenn ich wieder einmal von meinem Haus im Potsdamer Havelseengebiet in die Stadt fuhr. Die Idee der türkischsprachigen Klientel war bestechend. Der Spaziergang mit Kemal Kemal überraschte mich mitten in der Woche in mehrfacher Weise. Ich hatte einen offiziellen Termin als Sekretärin -- spricht Schriftwart - gehabt, als er mich am frühen Abend dort beim Verein aufsuchte. Mitten in der Woche war als Termin schon ungewöhnlich, sein Aufzug war es genauso. Er trug die dunkle Stoffhose ...
     und das ‚gute' Oberhemd, das ich eigentlich nur von Familienfeiern an ihm kannte. Als größte Überraschung hatte er seine Cousine Ceylan mitgebracht, die in einem langen, dunkelblauem Kleid und Kopftuch samt gleichfarbiger, großer Handtasche ankam. Er war ziemlich aufgewühlt, mochte mir aber in dem Vereinsheim nicht erzählen weshalb. Ich konnte nur aus ihm herausbekommen, dass es um seine Familie ging. Er wollte mir unbedingt etwas erzählen, konnte sich aber nicht durchringen, es mir zu sagen. Jedenfalls dachte ich mir das so, als er von einem Thema zum anderen sprang und häufig von seiner Familie anfing, um dann wieder zu einem Schulthema oder zum Vereinssport zu springen, sobald er auch nur Leute sah, die noch zwanzig Meter entfernt waren. „Kemal, können wir uns später noch einmal treffen? Ich möchte mich erst gerne in etwas Bequemeres werfen. Dann können wir zusammen im Wald spazieren gehen? Dort sind in der Mitte des Waldes praktisch keine Leute mehr..." Ich wollte ihn nicht mit Ceylan zu mir einladen -- das war mir zu genierlich wegen des letzten Ereignisses. Umziehen war aber sinnvoll - ich hatte wenig Lust, im Wald mit Pumps über den weichen Boden zu stöckeln. Andererseits waren um diese Uhrzeit zu viele Leute auf den Straßen, um ihn reden zu lassen. Er machte mir den Eindruck, dass er Angst vor etwaigen Zuhörern hatte. „Cilchen, können wir nicht bitte gleich dorthin gehen? Wir müssen spätestens zum Abendessen wieder im Hause sein. Es ist mir wichtig." Etwas widerwillig ...
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