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Wenn die Nachtigall erwacht 04
Datum: 12.07.2019, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie, Autor: by_Faith_
ungläubig, während er schwerfällig im Sessel Platz nahm: »Das sind doch die echten Bösen, oder?« Miriam machte einen grübelnden Gesichtsausdruck, als wüsste sie selbst nicht, was sie darauf antworten sollte. Dabei stellte sie Ihr Wasserglas zwischen ihre gespreizten Schenkel und ließ die Fingerkuppe verträumt um den Glasrand kreisen. »Kannst Du aufhören, mich aufzugeilen? Dein Anblick alleine reicht schon, du musst nicht noch zwischen deinen Beinen rumspielen«, sagte Greg, der die Szene durch ein offenes und ein halb zugeschwollenes Auge beobachtete. »Oh!«, sagte Miriam belustigt und stellte das Glas auf den Tisch. Ihr war gar nicht aufgefallen, dass ihre Handlungen eine sexuelle Anspielung sein könnten - dafür war sie viel zu sehr in ihren Gedanken vertieft. »Na ja, das mit dem Gemüse ist eine Art Experiment«, rechtfertigte sich Miriam. Immerhin war V'nyx der IV. ein Außenstehender im Kampf, der die letzten Jahre auf diesem Planeten stattgefunden hatte. »Ist dir an meinem Gesicht nichts aufgefallen?«, frage sie mir ruhiger Stimme. »Seit wann?«, fragte Greg und versuchte, damit Zeit zu schinden. Bei dieser "ist dir nichts aufgefallen" Frage waren alle Frauen gleich. »Mein Blau ist mit orangen Akzenten unterlegt«, sagte Miriam und klimperte übertrieben deutlich mit ihren Wimpern. »Ach das. Das ist mir aufgefallen, aber zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.« »Diese Farbe habe ich von dem Gemüse erhalten und er hat meinen kontemplativen Cortex geheilt - ich kann wieder sehen.« ...
»Ach das«, sagte Greg und ließ seinen Zeigefinger durch die Luft kreisen. »Ja, genau das«, bestätigte Miriam. »Also gibt es die auch in Orange? Und was können die so?« »Ich weiß es noch nicht, aber ich will es einerseits herausfinden, andererseits habe ich Angst vor dem, was in meiner Wohnung wächst.« Greg schaute sie mit seinem geschundenen Gesicht an und in seinem Blick war eine Entschlossenheit, die sagte: 'Lasse uns das Ding jetzt gleich zu Brei zerstampfen!' »Nein, noch nicht«, sagte Miriam und richtete sich auf dem Sofa auf. Sie strich ihre Haare hinter die Schultern und gestikulierte theatralisch mit den Armen. »Gestern Nacht war ich in der Anderswelt und habe einen gigantischen roten Cerebrat gesehen.« Greg machte eine abfällige Handbewegung, »Diese Bilder wirst du dein Leben lang nicht los. Ich träume immer wieder von dieser Drohne mit den sichelförmigen Klauen, das war in Australien - weißt du noch?« »Die war schon vorher schizophren«, sagte Miriam mit erhobenem Zeigefinger, denn in dieser Hinsicht wollte sie nichts auf ihre Art kommen lassen. Sie und alle anderen ihrer Art waren in der Lage, ihren Körper in vielfacher Hinsicht zu verändern, aber es lag nicht in ihrer eigentlichen Natur, sich in mordende Bestien zu verwandeln. »Aber diese Bilder meine ich gar nicht«, erklärte Miriam, »dieser rote Cerebrat war keine Erinnerung, er war in der Anderswelt, er ist real und schwebt über einem dunklen Wald. Seine Tentakel und die Blüte können beliebig von oben herunter ...