1. "skrupellos" Kapitel X


    Datum: 09.01.2019, Kategorien: CMNF Autor: RebeccaMontez, Quelle: Schambereich

    Das beharrliche und unablässige Läuten meines Nokia Modell 8110 weckte mich letztendlich doch. Das Display zeigte wer anrief und die Uhrzeit. „Fuck Andre, es ist sechs Uhr,“, schrie ich aufgebracht ins Phone und Jason neben mir drehte sich fluchend zur anderen Seite. „Guten Morgen Rebecca, ja ich weiß es ist früh und es tut mir leid, aber ich...“. „Was willst Du?“. „Ich kann Julia nicht erreichen, ihr Handy ist aus“. „Andre bitte, ihr habt euch doch gestern getroffen, also irgendwie solltet ihr das nun aber ohne mich hinkriegen so langsam, findest Du nicht?“. Er schwieg. „Andre hallooo“. „Hat sie dir nicht erzählt, was in dem Hotel vorgefallen ist?“. „Nein?“, fragte ich. „Es ist verrückt, aber Julia denkt, ich hab ihr was ins Getränk getan. KO-Tropfen oder so und sie dann vergewaltigt“. „Und hast Du?“, die Bestürzung in meiner Stimme klang echt. „Nein, natürlich nicht, ich war doch auch weggetreten, besinnungslos. Auch mir hatte man was in den Sekt getan“. „Oh mein Gott“, sagte ich, „dann hätte also irgendein Kerl Julia vergewaltigt?“. „Ja“. „Und Du, wo warst Du, während…?“. „Ich lag möglicherweise, oder ziemlich sicher narkotisiert neben ihr, als es geschah und...“. durch meinem Kopf schwirrte „Gangsta´s Paradise“ und in Gedanken summte ich mit. Jason und ich waren bis vier Uhr morgens im P 1 gewesen. Einem der angesagtesten Clubs Münchens und dieser Song wurde letzte Nacht häufig gespielt... „Und?“, fragte ich. „Es kann gut sein, dass es mehr wie einer waren“. „Ach herrje, ...
     schrecklich, arme Julia. Woher weißt Du dass es mehr wie einer...?“, fragte ich. „Nun ja, es war so viel Sperma, überall im Zimmer und … und auch in Julia“. Jason eben, er tats nicht unter nem Viertelliter, wusste ich sicher und aus eigener Erfahrung... „Heilige Scheiße...“. „Ja so kann man sagen. Ich versteh ja Julia, versteh dass sie denkt ich, aber...“. „Habt ihr die Polizei gerufen?“. „Nein nein, Julia wollte es, aber ich habe sie gebeten es nicht zu tun. Das wäre ja eine Katastrophe für mich“. „Was dich aber auch nicht besser aussehen lässt“, sagte ich fies, wie ich manchmal eben bin. „Ja ich weiß“, sagte er. schlau gemacht Julia das. Rechtsanwalt Bächelt hatte so was von aufgehört als Problem zu existieren… „Wer warn es?“, fragte Jason im Halbschlaf. „Niemand mein geliebter Schatz, schlaf weiter“, sagte ich und kroch mit meinem Kopf unter seinen imposanten und einladend duftenden Oberarm. XXX „Guten Morgen“, sagte Julia als sie die Küche betrat. „Gut geschlafen?“, fragte Herbert Wallin, während er zwei Scheiben Weißbrot in den Toaster steckte. Julia trat von hinten an ihn heran und umschlang seinen Bauch mit beiden Armen. Später an diesem Sonntag, am Abend also ging das junge Glück ins Kino. Der Richter hatte es vorgeschlagen und Julia war freudig einverstanden. „Gerne“, hatte sie gesagt, „aber in welchen Film werden wir gehen?“, hatte sie gefragt. „Tristana“, Regie Luis Bunuel, einen Film aus den frühen Siebzigern. Herbert Wallin hatte ihn vor langer Zeit schon einmal ...
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